Leidest Du oder leidet Dein Kind unter chronischen Krankheiten?

Hast Du schon alles ausprobiert, aber nie mehr als eine kurzfristige Linderung erfahren?

Dann ist dieser Artikel genau richtig für Dich!

Eins haben alle chronisch kranken Teilnehmer, die zu mir kommen, gemeinsam: Sie verbindet ein jahrelanger, teils jahrzehntelanger Ärzte-Marathon. Die meisten haben zusätztlich noch ein Vermögen für Heilpraktiker und Alternativmedizin ausgegeben. Ihr Leben ist geprägt von gradiosen Besserungen und harten Rückschlägen.

Chronische Krankheiten entstehen immer in unserer Seele!

Die ständigen Rückschläge, oftmals mit heftigen Schmerzen und Krankenhausaufenthalten verbunden, haben zur Folge, dass die Betroffenen selbst, wie auch ihre Angehörigen, immer mehr abstumpfen, bis hin zur Depression oder sogar zum Suizid.

Wieso weigert sich die überwiegende Anzahl von Ärzten bis heute, den psychischen Aspekt mit einzubeziehen?

Gerade bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen, Allergien, Diabetes und Krebserkrankungen lohnt es sich definitiv einen Blick auf die Familiendynamik zu werfen.

Fakt ist, dass alle Mitglieder einer Familie immer und unausweichlich miteinander verbunden sind.

Am stärksten wirkt diese Schicksalsbindung zwischen Kindern und Eltern, genau so aber auch zwischen Geschwistern und (Ehe)-Partnern. Diese Auswirkungen zeigen sich ebenfalls, wenn einzelne Personen im Familienverbund für andere (oft auf tragische Weise) in der Familie Platz gemacht haben. Dazu gehören alle Ex-Partner und zu früh Gestorbene, wie z.B. die Mutter, die im Kindbett verstarb.

Wichtig ist es, anzuerkennen, dass chronische Krankheiten nur dann wirklich verstanden und langfristig erfolgreich behandelt werden können, wenn man sie in einem größeren, übergeordneten Kontext sieht. Erst hier zeigt sich der wahre Ursprung, der „Sinn“ und das „Ziel“ der Krankeit.

Hinter fast allen chronischen Krankheiten steht das Thema der vermeintlichen „Schuld“ oder aber ein liebevolles, aber absolut unbewusst ablaufendes „lieber leide ich, als dass du leiden musst“.

Unausgeprochene Schuldgefühle und schwere Schicksalschläge innerhalb einer Familie bewirken, dass sich die Gesunden für das Leid anderer Familienangehöriger verantwortlich fühlen, die Lebenden für die bereits Toten, die Unschuldigen für die Schuldigen und die Glücklichen für die Unglücklichen.

Dem zugrunde liegt der kindliche Glaube, dass wir durch den Verzicht auf die eigene Gesundheit, durch den Verzicht auf unser eigenes Leben und durch den Verzicht auf unser persönliches Glück, das Leben und das Glück anderer in unserer Schicksalsgemeinschaft erhalten oder wiederherstellen können. Sogar über deren Tod hinaus!

Chronische Krankheiten sind der (vergebliche!) Versuch, die Wirklichkeit zu unseren Wünschen hin zu verändern.

Sobald wir mit diesem Kampf aufhören, öffnen sich neue Räume, in denen heilsame Prozesse stattfinden können.

Ein Beispiel:

Vor einigen Wochen kam eine Teilnehmerin mit rund einem Dutzend verschiedener chronischer Krankheiten zu mir. Schnell zeigte sich, dass sie die meisten von ihrem schwerkranken Vater „übernommen“ hatte, der mittlerweile, nach einem langem und extrem schmerzhaften Leidensweg, verstorben war.

Als wir bei der Aufstellung einen energetischen Stellvertreter für ihren Vater hinstellten, wurde dieser sehr wütend auf seine Tochter (die Klientin). Er forderte energisch seine Krankheiten zurück und empfand es als Anmaßung, dass sie sich selbstgeißelte und ihm nicht zutraute, alleine mit seinen Krankheiten fertig zu werden.

Daraufhin brach die Klientin in Tränen aus. Es kostete sie eine Menge Überwindung einzusehen, dass ihr kindlicher Glaube, der dort wirkte und den sie seit 15 Jahren aufrecht hielt, vergebens war. Der hoffnungsvolle Glaube der dort wirkte hieß: „Lieber ich, als du!“

Was bedeutet das konkret? Es bedeutet: „Lieber Vater, lieber sterbe ich, als du. Lieber ertrage ich diese unglaublichen Schmerzen, als dich so leiden zu sehen. Denn Schmerzen halte ich besser aus als meine Ohnmacht, dir beim qualvollen Sterben hilflos zusehen zu müssen.“

Dürfen wir Familiensteller an diesem Punkt überhaupt eingreifen?

Haben wir das Recht, diese kindliche Liebe in Frage zu stellen, ihren Wert zu zerstören und damit den Sinn ihrer Existenz der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte?

Die Antwort darauf hat schon viele Bücher gefüllt und muss jedesmal individuell neu gewichtet werden.

Im vorliegenden Fall gelang es mir, vier der chronischen Krankheiten eindeutig und komplett dem Vater zuzuordnen. In einem liebevollen und tränenschweren Akt, gab die Klienten ihm diese symbolisch (in Form von namentlich gekennzeichneten Kissen) zurück. Er war ja bereits Tod – wie sollte es ihm jetzt noch helfen, wenn sie ihr eigenes Leben ebenfalls chronischen Krankheiten opferte? Spätestens seit seinem Tod war ihr liebevolles Bemühen, anstatt seiner die Schmerzen zu tragen, vergebens geworden. Eine Einsicht, die ihr erst jetzt wie Schuppen von den Augen fiel.

Die anderen chronischen Krankheiten vermischten sich mit anderen Themen und Schuldgefühlen, u.a. mit dem plötzlichen Kindstod des verstorbenen jüngsten Bruders und dem Selbstmord eines Onkels, dem ältesten Bruder der Mutter, der sich vor einigen Jahren aus ungeklärten Gründen erhängt hatte.

Genau ein Jahr später, an dessen Todestag, bekam meine Klientin damals erstmalig einen Asthmaanfall, der so schwer war, dass sie zwei Tage im Krankenhaus verbringen musste und sich ihr Leiden, trotz sofortiger kompetenter Behandlung, zu einem chronischen Asthma entwickelte.

Warum? Weil ihre regelmäßigen Erstickungsanfälle ihren Onkel energetisch weiterhin „am Leben erhalten“. Es wirkt wie ein Schwur: „Ich vergesse Dich nicht und lasse auch nicht zu, dass die anderen Dich vergessen!“

Heilen durch Hinsehen:

Für mich ist es wichtig anzuerkennen, dass chronische Krankheiten kein persönliches Phänomen des Kranken sind, sondern immer ein aus der Familiengeschichte übernommenes Schicksal.

Mit dieser Erkenntnis können Eltern von sich aus ihre Kinder entlasten. Denn eine der häufigsten Dynamiken, die man in der Aufstellungsarbeit mit Krankheiten erkennt, ist: Kinder sind bereit, aus einer Liebe zu ihren Eltern heraus, unendlich viel zu (er)-tragen, nämlich alles, was in der Familie noch als ungelöstes Trauma, meist unbewusst, lebendig ist.

Bei Bluthochdruckpatienten zeigt sich als hintergründige Familiendynamik häufig eine Liebe, die zurückgehalten werden musste.

So ließ ich einen Klienten mit gefährlich hohem Blutdruck sagen: „Mama, ich liebe meinen Vater. Ich bin Teil von ihm. Und obwohl er Dir viel Schlimmes angetan hat, mute ich Dir ab heute zu, dass ich meinen Vater ehre und liebe und alles Gute von ihm annehme, das er mir bei meiner Zeugung mitgegeben hat.“

Diese Szene war unglaublich berührend: Einen Mann von Mitte fünfzig zu sehen, der wie ein kleiner Junge strahlte und dem die Freudentränen nur so herunterliefen. Er hatte seinen Vater „verloren“, als er zwei Jahre alt war, nachdem dieser seine Mutter krankenhausreif geschlagen hatte und ihm das Jugendamt das Sorgerecht entzogen hatte. Von seiner Mutter hatte er bis heute nicht ein einziges gutes Wort über seinen Vater gehört. Von anderen Menschen aus seinem Umkreis hatte er aber gehört, dass sich der Vater nach einer Drogenentziehungskur sehr wohl zu einem guten Menschen gebessert und sich in einem sozialen Projekt einen Namen gemacht hatte.

Aus Liebe und Loyalität seiner Mutter gegenüber hatte mein Klient sich bis heute aber nicht getraut, persönlich Kontakt zu seinem Erzeuger aufzunehmen, obwohl er seinen Vater sein ganzes Leben lang heimlich und schmerzhaft vermisste.

Durch das Verleugnen des ausgestoßenen Vaters musste er bis heute auch große Teile seiner Selbst verleugnen. So entsteht Druck. Bluthochdruck.

Das sogenannte „Sippengewissen“, das Wissen einer jeden Familie, lässt es nicht zu, das etwas oder jemand in Vergessenheit gerät.

Wenn es gelingt, die in den Blick zu bringen, die ausgeschlossen wurden, findet augenblicklich Heilung statt! Weil die Liebe wieder fließen darf.

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